general.texts.skip_to_content
Çadem Psychologie | Psychologe | Pädagoge | Istanbul | Turkey

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Wie das psychische Wohlbefinden die Produktivität beeinflusst

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Wie das psychische Wohlbefinden die Produktivität beeinflusst

Wie beeinflusst die psychische Gesundheit die Arbeitsleistung?

In der modernen Arbeitswelt wirken sich psychische Belastungen nicht nur auf das persönliche Wohlbefinden der Beschäftigten aus, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Studien zeigen, dass psychische Erkrankungen jedes Jahr zum Verlust von Millionen von Arbeitstagen führen.


Dabei entstehen die Einbußen nicht ausschließlich durch Fehlzeiten. Viele Mitarbeitende erscheinen trotz psychischer Beschwerden am Arbeitsplatz, haben jedoch Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Entscheidungen zu treffen oder ihre Aufgaben effizient zu erfüllen. Dieses Phänomen wird als Präsentismus (Presenteeism) bezeichnet und beschreibt eine verminderte Arbeitsleistung trotz körperlicher Anwesenheit.


Der Zusammenhang zwischen Depression und Produktivität

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben und haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktivität. Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte mit depressiven Symptomen deutlich höhere produktivitätsbedingte Leistungseinbußen aufweisen als Personen ohne Depression.


Depressionen können Motivation, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Entscheidungsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und das Energieniveau beeinträchtigen. Dadurch leiden nicht nur die individuelle Arbeitsleistung, sondern häufig auch die Zusammenarbeit im Team und die gesamte Organisation.


Was bedeutet Präsentismus?

Präsentismus beschreibt die Situation, in der Mitarbeitende zwar körperlich anwesend sind, aufgrund psychischer oder körperlicher Beschwerden jedoch nicht ihre volle Leistungsfähigkeit erreichen.


Im Gegensatz zu Fehlzeiten bleibt Präsentismus oft unbemerkt. Betroffene erfüllen ihre Aufgaben weiterhin, arbeiten jedoch langsamer, machen häufiger Fehler, sind weniger konzentriert und insgesamt weniger produktiv.


Studien zeigen, dass Präsentismus für Unternehmen erhebliche wirtschaftliche Kosten verursachen kann und in manchen Fällen größere Auswirkungen hat als krankheitsbedingte Fehlzeiten.


Faktoren, die die Produktivität beeinträchtigen

Verschiedene psychologische und verhaltensbezogene Faktoren können die Arbeitsleistung negativ beeinflussen.


Dazu gehören Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme in der zwischenmenschlichen Kommunikation, das wiederholte Ausführen derselben Aufgaben, ineffizientes Zeitmanagement, Motivationsverlust sowie eine allgemein verminderte Leistungsfähigkeit. Diese Faktoren betreffen nicht nur einzelne Mitarbeitende, sondern können sich auch auf die Zusammenarbeit im Team und den Erfolg des Unternehmens auswirken.


Was können Arbeitgeber und Führungskräfte tun?

Unternehmen, die die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden fördern, schaffen langfristig gesündere und produktivere Arbeitsplätze.


Führungskräfte können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie psychische Belastungen frühzeitig erkennen, eine offene Kommunikation fördern, regelmäßiges Feedback geben und ein unterstützendes Arbeitsumfeld schaffen. Ebenso kann der Zugang zu professioneller psychologischer Beratung das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig verbessern.


Die Bedeutung professioneller psychologischer Unterstützung

Forschungsergebnisse zeigen, dass Psychotherapie nicht nur psychische Beschwerden lindern, sondern auch arbeitsbezogene Bereiche wie Anwesenheit, Produktivität, Leistungsfähigkeit und zwischenmenschliche Zusammenarbeit verbessern kann.


Der Zugang zu professioneller psychologischer Unterstützung sollte daher als sinnvolle Investition in die Gesundheit der Mitarbeitenden und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens betrachtet werden.


Fazit

Psychische Gesundheit und Arbeitsleistung stehen in engem Zusammenhang. Depressionen und andere psychische Belastungen beeinflussen sowohl die Lebensqualität der Beschäftigten als auch die Produktivität und Leistungsfähigkeit von Unternehmen.


Organisationen, die das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden fördern, frühzeitige Unterstützung ermöglichen und eine gesundheitsorientierte Unternehmenskultur schaffen, profitieren langfristig von motivierten, gesunden und leistungsfähigen Teams.




Literatur

Goetzel, R. Z., Long, S. R., Ozminkowski, R. J., Hawkins, K., Wang, S., & Lynch, W. (2004). Health, absence, disability, and presenteeism cost estimates of certain physical and mental health conditions affecting U.S. employers. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 46(4), 393–412.

Hemp, P. (2004). Presenteeism: At Work—But Out of It. Harvard Business Review, Oktober-Ausgabe.

Mintz, J., Mintz, L. I., Arruda, M. J., & Hwang, S. S. (1992). Treatments of Depression and the Functional Capacity to Work. Archives of General Psychiatry, 49(10), 761–768.

Stewart, W. F., Ricci, J. A., Chee, E., Hahn, S. R., & Morganstein, D. (2003). Cost of Lost Productive Work Time Among US Workers With Depression. Journal of the American Medical Association, 289(23), 3135–3144.

11.05.2021

Echte psychologische Sicherheit
lebt innerhalb der Organisation.

Das Unternehmenspsychologie-Beratungsmodell von ÇADEMstärkt die Kapazität, Gesundheit und produktive Leistung der Mitarbeiterund bietet ein sicheres Ökosystem und Unterstützungssysteme von innen nach außen.