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Begleiterkrankungen bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Begleiterkrankungen bei Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Welche Begleiterkrankungen treten bei Autismus auf?

Die Autismus-Spektrum-Störung verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Während einige Betroffene ausschließlich die Kernmerkmale des Autismus zeigen, treten bei anderen zusätzlich weitere entwicklungsneurologische oder psychische Erkrankungen auf. Diese Begleiterkrankungen können den Alltag, das Lernen, die Kommunikation und die Lebensqualität erheblich beeinflussen.


Intelligenzminderung

Eine Intelligenzminderung gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Menschen mit Autismus. Frühere Studien gingen davon aus, dass etwa 75 % der Betroffenen eine Intelligenzminderung aufweisen. Neuere Untersuchungen berichten jedoch von deutlich niedrigeren Häufigkeiten zwischen 26 % und 55 %.


Der Grad der geistigen Leistungsfähigkeit kann sehr unterschiedlich sein. Während manche Menschen mit Autismus ein weitgehend selbstständiges Leben führen, benötigen andere intensive Unterstützung im Alltag und in der schulischen oder beruflichen Entwicklung.


Ernährungsprobleme

Ess- und Ernährungsprobleme treten bei Kindern mit Autismus häufig auf.


Einige Säuglinge zeigen bereits in den ersten Lebensmonaten Schwierigkeiten beim Trinken. Nach dem sechsten Lebensmonat können sich die Probleme verstärken. Manche Kinder akzeptieren nur wenige bestimmte Lebensmittel oder lehnen feste Nahrung vollständig ab, während andere ein ungewöhnlich starkes Essverhalten zeigen.


Eine frühzeitige Abklärung von Ernährungsproblemen ist wichtig, um Wachstum und Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.


Angststörungen

Angststörungen kommen bei Menschen mit Autismus häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung.


Studien zeigen, dass insbesondere Kinder mit hochfunktionalem Autismus häufiger unter sozialer Angst, Trennungsangst sowie zwanghaften Symptomen leiden als gleichaltrige Kinder mit typischer Entwicklung oder spezifischen Sprachstörungen.


Anhaltende Ängste können die schulische Entwicklung, soziale Beziehungen und das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik besonders wichtig.


Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Autismus und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treten häufig gemeinsam auf.


Einige Kinder mit Autismus zeigen ausgeprägte Hyperaktivität, Impulsivität und Konzentrationsschwierigkeiten. Andere wirken dagegen ungewöhnlich ruhig, wenig aktiv oder zurückgezogen. Hyperaktive Verhaltensweisen können zudem nur in bestimmten Situationen oder Umgebungen auftreten.


Eine sorgfältige diagnostische Abklärung hilft dabei, autismusbedingte Verhaltensweisen von ADHS-Symptomen zu unterscheiden und geeignete Fördermaßnahmen zu planen.


Die Bedeutung einer frühen Diagnostik

Das frühzeitige Erkennen von Begleiterkrankungen ermöglicht eine individuell abgestimmte Förderung und Behandlung.


Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendpsychiatern, klinischen Psychologen, Sonderpädagogen, Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten und weiteren Fachkräften trägt dazu bei, die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes bestmöglich zu berücksichtigen.


Fazit

Die Autismus-Spektrum-Störung ist eine lebenslange neurologische Entwicklungsbesonderheit. Begleiterkrankungen wie Intelligenzminderung, Ernährungsprobleme, Angststörungen oder ADHS treten nicht bei allen Betroffenen auf, können jedoch die Entwicklung und den Alltag erheblich beeinflussen.


Eine frühzeitige Diagnostik, individuell angepasste Fördermaßnahmen und professionelle Unterstützung helfen dabei, die Entwicklung zu fördern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

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